Unser Weg zu mehr
Diversity und Inklusion
Die mangelnde Diversity in der Tech-Branche ist eine Herausforderung, die unsere volle Aufmerksamkeit erfordert. Wir sind uns bewusst, dass unsere gesamte Branche noch einen weiten Weg vor sich hat. Als Team bei & sehen wir unsere Verantwortung und arbeiten aktiv daran, Teil dieses Wandels zu sein. Unser Ziel ist es, in Bezug auf Diversity, Gleichberechtigung und Inklusion eine Vorreiterrolle einzunehmen – in unserem Team, bei unseren Kund:innen und in der gesamten Community.
& engagiert sich aktiv für Diversity und setzt sich für einen gerechten, vorurteilsfreien Arbeitsplatz ein, an dem sich alle respektiert und wertgeschätzt fühlen. Wir wissen, dass wir auf dem Weg zu einem diverseren und inklusiveren Umfeld noch Verbesserungspotenzial haben. Im Folgenden finden Sie einige unserer Überlegungen und Fakten zum Thema Diversity und Inklusion.

Warum beschäftigen wir uns mit Diversity?
Diversity, Equity und Inclusion (DEI) ist für uns von entscheidender Bedeutung, da es unsere Verantwortung als Unternehmer und Führungskräfte ist, ein Umfeld zu schaffen, das für alle um uns herum sicher, stärkend und inspirierend ist. Die Förderung von Diversity, Gleichberechtigung und Inklusion ist der ethisch richtige Weg in einer ungerechten Welt - deshalb tun wir dies.
Darüber hinaus entwickeln diverse Teams innovative Ansätze, wie etwas Softwarelösungen für komplexe geschäftliche Herausforderungen. Genau so stiften wir bei & echten Nutzen im Alltag unserer Kund:innen: durch Teams, die sich voll und ganz auf die Entwicklung und Implementierung hochwertiger Softwareprodukte konzentrieren, die exakt auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Unternehmen zugeschnitten sind.
Obwohl feststeht, dass DEI den geschäftlichen Interessen von Unternehmen dienen, gibt es noch erheblichen Nachholbedarf. Trotz der klaren Belege für die Vorteile diverser Perspektiven in Führungspositionen müssen Organisationen verstärkt daran arbeiten, Personen mit unterschiedlichen Hintergründen für technische Bereiche zu gewinnen und langfristig zu binden. Studien belegen, dass eine höhere Diversity auf diesen Ebenen mit einer gesteigerten finanziellen Performance [1], besseren Börsenrenditen [2] und höheren Gewinnen bei Hedgefonds [3] korreliert. Darüber hinaus zeigt eine Untersuchung von Woolley und Malone, dass Teams mit einer vielfältigeren Zusammensetzung tendenziell eine höhere kollektive Intelligenz aufweisen als weniger ausgewogene Teams [4].
Obwohl die Forschung eine gleichwertige Eignung für MINT-Fächer bei allen Geschlechtern nahelegt, gibt es die Hypothese, dass die mangelnde Diversity in diesem Bereich auf gesellschaftliche Vorurteile zurückzuführen ist. Demnach herrscht oft die Annahme vor, dass Talent für technische Arbeit eine vorrangig männliche Eigenschaft sei. Diese Vorstellung hat weitreichende Auswirkungen darauf, wie technologische Expertise über Geschlechtergrenzen hinweg wahrgenommen wird.
Die weit verbreiteten Überzeugungen unserer Gesellschaft haben ein Klima geschaffen, das Frauen in alarmierendem Maße aus der Technologiebranche verdrängt - die Rate liegt um 45% höher als bei Männern [5]. Dieser Trend betrifft leider auch unterrepräsentierte Minderheiten. Berichten zufolge sind sie Belästigungen, Mikroaggressionen und ungleicher Bezahlung ausgesetzt [6].
Was tun wir, um die Diversity zu fördern?
Noch vor der Gründung der andamp GmbH haben wir uns intensiv mit dem Thema Diversity auseinandergesetzt. Während manche Dienstleistungsunternehmen die ersten Wochen und Monate ausschließlich für die Akquise von Kundschaft und Personal nutzen, haben wir uns bereits frühzeitig von einer externen Expertin beraten lassen. Unser Ziel war es, von Anfang an ein stabiles Fundament für unsere Unternehmenskultur zu legen.
Die Expertin
Anna Weiter, studierte Arbeits-, Organisations- und Geschlechtersoziologie in München, Nürnberg und Belgien: „In meiner Abschlussarbeit habe ich die Vor- und Nachteile agiler Projektarbeit für Softwareentwickler erforscht (Spoiler: Alle Scrum-Meetings abzuhalten heißt nicht, agil zu arbeiten). Nachdem ich seit 2022 in der Rekrutierung von Softwareentwicklern in einer Unternehmensberatung und im IT-Projektmanagement tätig war, arbeite ich nun in meinem Traumjob als Agile People Lead, also als Agile Coach mit persönlicher Entwicklung/disziplinärer Verantwortung.“
Was sie macht
In ihrer Rolle als Agile People Lead begleitet und unterstützt Anna mehrere Produktentwicklungsteams dabei, agile Methoden und effektives Personalmanagement zu meistern. Ihre Bemühungen befähigen diese Teams, innovativ zu sein, die Erwartungen der Kund:innen effizient zu übertreffen und sowohl der persönlichen als auch der beruflichen Entwicklung Priorität einzuräumen. Sie pflegt ein Arbeitsumfeld, in dem Vertrauen, Lernen und Wachstum auf technischer und persönlicher Ebene fester Bestandteil des Arbeitsalltags sind. Darüber hinaus befasst sich Anna mit Strukturen sozialer Diskriminierung und sorgt dafür, dass diese Themen innerhalb des Unternehmens transparent und nachhaltig behandelt werden. Durch dieses Engagement stellt sie sicher, dass Agilität und Diversity nicht nur Schlagworte sind, sondern Katalysatoren für notwendige Veränderungen innerhalb und außerhalb des Arbeitsplatzes.

Im ersten Jahr: Gemeinsames Verfassen eines Verhaltenskodex
Das gemeinsame Frühstück ist bei uns seit dem ersten Tag Tradition. Schon vor der Einführung unserer monatlichen „amptalks“ haben wir uns alle vier Wochen Zeit genommen, um den Tag gemeinsam zu beginnen und an unserem Code of Conduct zu arbeiten. In wechselnden Konstellationen haben wir besprochen, welches Verhalten wir im Team erwarten, was wir ablehnen und welches Handeln zum Ausschluss führen kann. Seit der Erstellung entwickeln wir unseren Code of Conduct regelmäßig auf unseren Offsites weiter und gehen dabei tiefer ins Detail.
Was wir besser machen müssen:
Einen Code of Conduct zu haben, ist ein guter Anfang. Regelmäßig darüber zu sprechen, ist sogar essenziell, um ihn wirklich zu leben. Dennoch merken wir, dass er im Arbeitsalltag oft in den Hintergrund rückt. Wir arbeiten daran, die wichtigsten Inhalte fest in unsere Prozesse und den täglichen Austausch zu integrieren. Wenn uns das nicht besser gelingt, besteht das Risiko, dass der Code of Conduct lediglich ein Stück Papier bleibt.
Im zweiten Jahr
Die Kompetenzniveaus wurden überarbeitet
Seit dem ersten Entwurf wurden unsere Skill-Level umfassend überarbeitet und weiterentwickelt. Dabei sind nicht nur die Gründungsmitglieder, sondern viele verschiedene Personen aus dem Team an diesem Prozess beteiligt. So sind unterschiedliche Schwerpunkte, präzisere Formulierungen und detaillierte Beschreibungen entstanden. Auch wenn sich die Skill-Level ständig weiterentwickeln, bilden sie seit unserem zweiten Jahr einen festen und bewährten Anker für faire Vorstellungsgespräche, die Gehaltseinstufung und die berufliche Weiterentwicklung.
Erwartungen stehen bei uns nicht länger zwischen den Zeilen; sie sind schriftlich fixiert. Das hilft uns dabei, diejenigen zu fördern, die fachlich und menschlich am besten überzeugen, statt lediglich die lautstärksten Personen zu bevorzugen.
Recruiting neu gedacht
Wir haben festgestellt, wie schwierig es ist, Personen in kurzer Zeit wirklich kennenzulernen und sowohl den Cultural Fit als auch die fachlichen Kompetenzen fundiert zu bewerten. Sympathie sowie Faktoren wie ein ähnlicher Werdegang, die Sprache oder die tagesaktuelle Verfassung können die Fragestellung und die Einschätzung der Fähigkeiten stark beeinflussen. Deshalb haben wir begonnen, standardisierte Fragen und Testfälle zu entwickeln. Um sicherzustellen, dass alle Interviews vergleichbar ablaufen, bereiten wir diese mit verschiedenen Parametern und Variationen vor und stellen sie individuell für die jeweilige Person im Bewerbungsprozess zusammen. Zu jeder Frage, die wir im Interview stellen, kennen wir die erwartete Antwort bereits im Vorfeld. Das hilft den Interviewenden dabei, die Antworten mit so wenig Bias wie möglich zu bewerten.
Die überarbeiteten Interviews sollen den besten Kompromiss zwischen einer individuellen Herangehensweise an den bisherigen Lebenslauf und einer unvoreingenommenen, objektiven Bewertung der Kompetenzen bilden.
Im dritten Jahr
Von Profis lernen: Factor-D
Ergebnisse zählen! Es spielt keine Rolle, wie gut man reden kann oder was man tut – was zählt, sind die Ergebnisse. Der Weg zu den Ergebnissen ist so individuell wie unsere Mitarbeitenden. Aber die Ergebnisse unterliegen präzisen Anforderungen.
Wenn wir über Taten und Versuche sprechen, könnten unsere Ergebnisse besser sein. Der Anteil nicht-männlicher Mitarbeitenden schwankte in den ersten beiden Jahren zwischen 8 und 18 %. Die hohe Schwankungsbreite ist darauf zurückzuführen, dass in einem kleinen Team jede einzelne nicht-männliche Person einen prozentual hohen Einfluss auf die Statistik hat. Dennoch ist dies ein ernüchterndes Ergebnis – sowohl im Vergleich zur Gesamtbevölkerung als auch gemessen an den Absolventenzahlen der TU Wien. Dort liegt der Frauenanteil bei den Informatik-Abschlüssen immerhin bei 18,6 %. Deshalb haben wir uns professionelle Unterstützung geholt!
Was macht Factor-D?
Factor-D Diversity Consulting ist eine führende Beratungs- und Schulungsagentur mit den Schwerpunkten DEI, Unconscious Bias und Inclusive Leadership.

Was haben wir gemacht?
Wir haben Dr. Hamscha und Herrn Wondrak von factor-D eingeladen, mit uns zu arbeiten. Den Auftakt bildete ein "amptalk", in dem Dr. Hamscha die Terminologie und den aktuellen Stand der Wissenschaft in Bezug auf Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion erläuterte. Ein Vortrag konzentrierte sich speziell auf Frauen in der Technik und darauf, warum es der Gesellschaft nicht gelingt, einen ausgewogenen Anteil an weiblichen Softwareentwicklerinnen hervorzubringen. Die prägendste Veranstaltung war jedoch ein Workshop mit den beiden Geschäftsführenden von factor-D. Gemeinsam haben wir an unseren unbewussten Vorurteilen sowie an Strategien zu deren Vermeidung gearbeitet und unseren Interview-Prozess weiter optimiert.
Leben&: Familie, Hausbau und andere Ziele
Von unseren Mitarbeitenden wird viel erwartet. & bietet spannende Projekte, zahlreiche Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten. Wir sind jedoch nicht dafür bekannt, die Dinge locker anzugehen oder jeden Tag früh Feierabend zu machen. Ein besonders ruhiger oder wenig zeitintensiver Job lässt sich kaum mit dem Anspruch vereinbaren, den wir an unsere Arbeit und unsere fachliche Weiterentwicklung stellen. Dennoch wissen wir, dass niemand über Jahre oder Jahrzehnte hinweg jeden Tag 110 % geben kann. In verschiedenen Lebensphasen rücken unterschiedliche Prioritäten in den Vordergrund.
Die Impulse von factor-D haben auch die Frage aufgeworfen, wie wir mit den verschiedenen Lebensphasen unserer Teammitglieder umgehen. Während Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit [7] und Elternzeit [8] haben, gibt es eine wachsende Zahl an Erwerbstätigen, die kein „traditionelles Lebens- und Familienmodell“ anstreben oder führen können. Wir beraten und unterstützen Eltern aktiv dabei, Beruf und Familie im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu vereinbaren. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, allen bei uns Tätigen dieselben Chancen zu bieten – egal, ob jemand eine mehrmonatige Auszeit für sich benötigt, ein Haus baut oder ganz andere Pläne verfolgt. Warum wir das tun, erläutert der folgende Text der Hans-Böckler-Stiftung [9]:
„Die wachsende Pluralität von Arbeits-, Lebens- und Beschäftigungsverhältnissen macht es erforderlich, die Arbeitszeiten im Interesse der Arbeitnehmer nicht nur in Bezug auf Dauer und Ort zu flexibilisieren. Auch die Verteilung der Arbeitszeiten über das Jahr gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sabbaticals oder kurzfristige Sabbaticals sind lohnenswerte und gleichzeitig praktische Alltagsinstrumente für Mitarbeiter, um die Arbeitszeiten anhand ihrer Lebensphasen und Bedürfnisse zu verteilen. H. Sabbatical-Varianten mit kürzerer oder mittlerer Laufzeit. Waren es vor einigen Jahren fast ausschließlich Lehrer oder Hochschulprofessoren, die Gelegenheit nutzen konnten, berufliche Pausen — im Rahmen eines Schuljahres oder Semesters — einzulegen, doch viele Arbeitnehmer interessieren sich zunehmend für gelegentliche Pausen in der Mitte ihres Lebens, die ihnen mehr Freiraum geben sollen als nur ein paar freie Tage oder Wochen am Stück (vgl. Klenner et al. 2003). Da ist der Vater, der sein Kind bei der Gewöhnung an die Kita begleiten will oder der Arbeitnehmer, dessen Eltern pflegebedürftig geworden sind und für den der gesetzliche Pflegeurlaub nicht ausreicht. Hinzu kommt, dass unzählige Eltern das Problem der Schulferien kennen, die im Vergleich zu ihren eigenen Urlaubsansprüchen viel zu lang sind und die irgendwie ausgeglichen werden müssen. Der Wunsch nach einer längeren Ausbildung oder einem längeren Auslandsaufenthalt führt aber auch dazu, dass immer mehr Arbeitnehmer die Notwendigkeit eines vorübergehenden Ausstiegs aus dem Berufsleben äußern. Hier könnten Sabbaticals helfen, Kompatibilitätsprobleme zu lösen und Zeitengpässe abzubauen.“
Unser Ziel ist es, einen Arbeitsplatz zu bieten, der unser Team über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg fordert, fördert und unterstützt.
Im vierten Jahr
Was haben wir gemacht?
Es ist noch ein langer Weg
Die anstehenden Aufgaben sind komplex und noch lange nicht gelöst. Alle Menschen sind gefragt, ihren Beitrag zu leisten: von politischen Entscheidungsträgern auf EU-Ebene über Regionalpolitiker bis hin zu Unternehmen, Interessensgruppen und Einzelpersonen. Herkunft oder persönliche Eigenschaften spielen dabei keine Rolle. Entscheidend ist der Wunsch, unsere Gesellschaft für andere und für sich selbst besser zu machen.
& hat bereits viel Energie in den Aufbau eines vielfältigen Umfelds gesteckt. Dahinter steht der soziale Anspruch, einen fairen und angemessenen Arbeitsplatz zu schaffen. Gleichzeitig geht es auch darum, leistungsstarke Teams zu fördern. Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, wird noch deutlich mehr Einsatz nötig sein.
Werde eine kulturelle Ergänzung
Unsere Mitarbeitenden entsprechen nicht dem gesellschaftlichen Durchschnitt unseres Wiener Umfelds oder der Universitäten, an denen wir aktiv rekrutieren. Fast alle bei & sehen dies als Herausforderung an. Trotz unserer bisherigen Bemühungen fordern uns die Teams regelmäßig dazu auf, weiterhin Zeit und Energie zu investieren, um dies zu ändern. Kein Company Retro vergeht, ohne dass wir über Diversity diskutieren und neue Maßnahmen formulieren. Und das ist gut so! Wir suchen nicht nur nach einem „Cultural Fit“, sondern vor allem nach einem „Cultural Add-on“. Könntest das du sein?
McGregor, Jena. “More Women at the Top, Higher Returns.” Washington Post. September 24, 2014
Covert, Bryce. “Companies with Female CEOs Beat the Stock Market.” ThinkProgress. July 8, 2014
Covert, Bryce. “Returns for Women Hedge Fund Managers Beat Everyone Else’s.” ThinkProgress. January 15, 2014
Woolley, Anita, and T. Malone. “Defend Your Research: What Makes a Team Smarter? More Women.” Harvard Business Review (June 2011)
Quora. “Why Women Leave the Tech Industry at a 45% Higher Rate Than Men.” Forbes. February 28, 2017
Mundy, Liza. “Why Is Silicon Valley so Awful to Women?” The Atlantic. April 2017. Why Is Silicon Valley So Awful to Women?
https://www.oesterreich.gv.at/themen/arbeit_und_pension/elternkarenz_und_elternteilzeit/Seite.3590004.html
https://www.oesterreich.gv.at/themen/arbeit_und_pension/elternkarenz_und_elternteilzeit/Seite.3590007.html
https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-007590/p_fofoe_WP_170_2020.pdf

